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Mt 20, 1-16a (zusätzl.)

Anregung zu Mt 20, 1-16 (2017)

 

zusätzlicher Beitrag von Steffen Glombitza, Bistum Speyer

1) Exegetische Überlegungen

Das Evangelium ist eingerahmt in die Erzählungen vom Wirken Jesu und steht inmitten einer Fülle von Gleichnissen. Matthäus geht es um die Darstellung Jesu als den alttestamentlich verheißenen Messias, der die Königsherrschaft Gottes wieder aufrichtet. Diese Königsherrschaft wurde mit dem alten Bund vorbereitet. In Jesu Person und Wirken zeigt sich die Erfüllung der Schrift. In den Gleichnissen und Erzählungen zeigt sich, wie diese Königsherrschaft Gottes beschaffen ist.

2) Predigtimpulse

Das vorliegende Gleichnis fordert die Zuhörer heraus, sich von den menschlichen Vorstellungen über Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu trennen und sich stattdessen die göttliche Dimension zu vergegenwärtigen. Was wir zunächst als gerecht empfinden würden, blendet die Barmherzigkeit Gottes und seine Gnade aus. Diese ist mit menschlichen Maßstäben eben nicht messbar, nicht berechenbar. Alle erhalten den gleichen Lohn, ganz gleich wie wichtig ihr Beitrag am Aufbau des Reiches Gottes auch gewesen sein mag: Das ewige Leben. Und dabei gibt es kein mehr oder weniger, denn dieses ewige Leben ist Fülle. Das kann uns Ansporn sein am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken. Trotz aller Erfahrungen des Versagens. Es ist nie zu spät. Jeder noch so kleine ernst gemeinte Beitrag, (insofern er keine Alibifunktion hat) ist wichtig und gut.

3) Bezüge zur Nachhaltigkeit

In der Predigt könnte eine interessante Analogie aufgezeigt werden, denn verhält es sich bei den Fragen zur Nachhaltigkeit, zum Frieden und zur Bewahrung der Schöpfung nicht ähnlich? Einerseits wissen wir: Die Probleme der sozialen Ungerechtigkeit und der fortschreitenden Umweltzerstörung bedürfen einer politischen Lösung auf globaler Ebene. Aber wir wissen auch, dass es damit allein noch nicht getan ist. Denn andererseits ist jeder Einzelne gefordert seinen Lebensstil zu überdenken und seinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Dabei darf es nicht darum gehen den moralischen Zeigefinger zu heben. Ist der Lohn, den wir für diesen Einsatz erhalten, nicht weniger hier und jetzt greifbar als vielmehr ein zukünftiger? Davon werden vor allem unsere Kinder und Kindeskinder profitieren. Ihnen hinterlassen wir dadurch eine Welt, in der es sich auch morgen noch lohnt zu leben, in der auch morgen und übermorgen noch die Schöpfung Gottes gelobt und gepriesen werden kann. Im Sinne einer globalen Verantwortlichkeit ist kein „Greenwashingetikett" gefordert, sondern ein ernsthaftes Umdenken der Menschen, eine Umkehr zum Leben. Geschieht dies frühzeitig im Leben eines Menschen, umso besser, wird sein Beitrag umso größer sein. Dennoch kann es dafür nie zu spät sein, auch die späte Einsicht ist genauso wertvoll. Der Lohn wird für alle gleich sein: Eine lebenswerte Welt für die kommenden Generationen.

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